Chronische Schmerzen und Depression: Wenn der Schmerz auch die Seele belastet

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden: Depressive Beschwerden erkennen und frühzeitig ansprechen.

Wenn es am Nachmittag früher dunkel wird, verändert sich viele der Alltag: Bewegung und soziale Kontakte fallen schwerer, der Schlafrhythmus gerät leichter aus dem Takt. Für Menschen mit chronischen Schmerzen kann das besonders belastend sein: Dauerhafte Schmerzen beeinträchtigen nicht nur den Körper, sondern oft auch Stimmung, Antrieb und soziale Teilhabe. Bei rund vier von zehn Menschen mit chronischen Schmerzen treten depressive Symptome auf. Eine fachliche Einschätzung kann helfen, depressive Beschwerden einzuordnen und passende Unterstützung zu finden 1, 2.

Eine aktuelle Metaanalyse zeigt: Bei rund 39 Prozent der untersuchten Menschen mit Schmerzen treten klinisch relevante depressive Symptome auf. Die Häufigkeit kann je nach Schmerzart und Patientengruppe variieren 2. Dabei handelt es sich nicht um einen einfachen Zusammenhang: Chronische Schmerzen können psychisch belasten – depressive Symptome können umgekehrt Schlaf, Aktivität, Antrieb und den Umgang mit Schmerzen beeinflussen 3.

Wenn der Schmerz den Alltag bestimmt

Veränderungen bemerken Betroffene nicht immer selbst. Auch Angehörigen, Freunden oder Kolleginnen und Kollegen kann auffallen, dass sich die betroffene Person anders verhält oder sich zunehmend zurückzieht. Warnzeichen für eine zusätzliche psychische Belastung können anhaltende Niedergeschlagenheit, Verlust von Freude oder Interesse, ungewöhnliche Erschöpfung, Schlafprobleme, sozialer Rückzug und zunehmende Antriebslosigkeit sein. Auch die Angst vor Bewegung oder einer Verschlechterung kann dazu führen, dass Aktivitäten vermieden werden 3.

„Bei chronischen Schmerzen sollten wir nicht nur fragen, wo und wie stark es schmerzt. Entscheidend ist auch, was die Beschwerden mit dem Schlaf, der Stimmung und dem Alltag machen“, sagt Dr. med. Petra Sandow, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Berlin. „Veränderungen bei Stimmung oder Antrieb sollten deshalb genauso angesprochen werden wie die körperlichen Beschwerden.“

Dabei gilt: Depressive Beschwerden sind nicht automatisch eine Depression. Sie können durch die Schmerzbelastung oder andere körperliche und psychische Ursachen entstehen. Ob eine Depression vorliegt, kann nur fachlich beurteilt werden.

Schmerz und Stimmung gemeinsam ansprechen

Ein wichtiger erster Schritt ist das Gespräch in der Arztpraxis. Betroffene sollten nicht nur schildern, wo und wie stark es schmerzt, sondern auch, was der Schmerz mit Schlaf, Stimmung und Alltag macht. Chronische Schmerzen sollten ganzheitlich betrachtet werden: Körperliche, psychische und soziale Faktoren können sich gegenseitig beeinflussen. Psychische Faktoren machen den Schmerz nicht „eingebildet“. Sie können aber beeinflussen, wie Schmerzen wahrgenommen, verarbeitet und bewältigt werden 3.

Für das Gespräch kann es helfen, vorab zu notieren:

  • Seit wann bestehen die Schmerzen und wie stark beeinträchtigen sie den Alltag?
  • Wie wirken sie sich auf Schlaf, Bewegung, Arbeit und soziale Kontakte aus?
  • Hat sich Stimmung oder Antrieb verändert?
  • Welche Aktivitäten werden inzwischen vermieden?
  • Welche Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate werden eingenommen?

Je nach individueller Situation können verschiedene Behandlungsansätze zusammenwirken – etwa schmerzmedizinische, psychotherapeutische oder physiotherapeutische Unterstützung.

Pflanzliche Optionen gehören ins Beratungsgespräch

Für bestimmte Menschen mit depressiven Verstimmungen oder leichten depressiven Episoden kann ein standardisiertes Johanniskrautpräparat aus der Apotheke eine mögliche, ärztlich zu besprechende Option sein 4.

Bei mittelschweren depressiven Episoden können mögliche pflanzliche Therapien nur mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt individuell besprochen werden. Ob die Anwendung geeignet ist, hängt unter anderem von der Stärke der Beschwerden, der Diagnose, bestehenden Erkrankungen und weiteren Medikamenten ab. Bei mittelschweren oder schweren Depressionen, einer akuten Verschlechterung oder Suizidgedanken reicht eine Selbstmedikation demnach nicht aus 4.

Schmerz verstehen heißt, den Menschen als Ganzes sehen

Chronische Schmerzen müssen nicht allein ausgehalten werden. Wer merkt, dass Schmerz, Schlaf, Stimmung und Alltag zunehmend aus dem Gleichgewicht geraten, sollte dies ansprechen.

„Die Schmerzen belasten mich inzwischen auch psychisch.“ Dieser einfache Satz kann der erste Schritt sein, damit neben dem körperlichen Schmerz auch die psychische Belastung gesehen und gemeinsam mit Fachpersonen behandelt werden kann.

Bei akuten Suizidgedanken oder unmittelbarer Gefahr ist sofort professionelle Hilfe erforderlich. In akuten Notfällen gilt: 112.

Quelle: BAYER/Lars Kriegesmann Brickenkamp-PR GmbH

Foto: Symbolbild

Literatur

1 Die Techniker: Herbst- und Winterblues
https://www.tk.de/techniker/gesundheit-foerdern/stress-entspannung/wohlbefinden/herbst-und-winterblues-2016428

2 JAMA Network Open / Deutsches Ärzteblatt: Aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zu Depression und Angst bei Erwachsenen mit chronischen Schmerzen; berichtet wurden klinisch relevante depressive Symptome bei rund 39 Prozent der untersuchten Betroffenen.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/chronische-schmerzen-patienten-leiden-auch-an-depression-oder-angst-a7445aa3-2b4f-4a07-9123-b5b04cc42cb3

3 Deutsche Schmerzgesellschaft: Patienteninformationen zu chronischen Schmerzen und zum Zusammenhang von Schmerz und Psyche.
https://www.schmerzgesellschaft.de/patienteninformationen/herausforderung-schmerz/chronische-schmerzen
https://www.schmerzgesellschaft.de/patienteninformationen/herausforderung-schmerz/schmerz-und-psyche

4 Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Risikoinformationen zu Johanniskraut-haltigen Arzneimitteln und möglichen Wechselwirkungen.
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/g-l/johanniskraut.html

Dieser Text enthält KI-generierte Inhalte. Sämtliche Inhalte wurden fachlich geprüft und bei Bedarf überarbeitet.

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