Stationäre Behandlungsfälle in dieser Gruppe binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt – Thüringen verharrt auf hohem Niveau
Immer mehr Mädchen werden wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelt. Von gut 2 800 im Jahr 2004 auf knapp 6 000 im Jahr 2024. Damit machten Mädchen in dieser Altersgruppe 2024 nahezu die Hälfte (48,1 %) aller wegen Essstörungen Behandelten aus, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. 2004 hatte ihr Anteil noch bei einem Viertel (24,9 %) gelegen.
Die Situation im Freistaat Thüringen
Auch in Thüringen zeigt sich bei jungen Frauen und Jugendlichen eine besorgniserregende Entwicklung, bei der sich die Fallzahlen auf einem dauerhaft hohen Niveau verfestigen.
Stabilisierung auf hohem Niveau:
Nach Daten des Thüringer Kinder- und Jugendreports verzeichneten Essstörungen im Freistaat zuletzt eine leichte Konsolidierung, nachdem sie zuvor drastisch angestiegen waren. Die Betroffenheit unter Thüringer Jugendlichen kletterte von 19,6 Fällen pro 1 000 im Jahr 2022 auf einen Spitzenwert von 23,8 Fällen pro 1 000 im Jahr 2023. Für das Jahr 2024 sank der Wert nur minimal auf 23,3 Fälle pro 1 000.
Begleiterkrankungen:
Parallel zu den Essstörungen ist in Thüringen die Rate anderer psychischer Erkrankungen stark gewachsen. So stieg der Behandlungsbedarf bei jugendlichen Mädchen wegen Depressionen bis 2024 um 48 % gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 an. Hochgerechnet mussten zuletzt rund 2 100 jugendliche Mädchen in Thüringen wegen Depressionen medizinisch behandelt werden.
Trend bei Männern:
Ein thüringenweiter Trend betrifft zudem die Geschlechterverteilung. Zwar verbleibt das Krankheitsbild eine klassische Domäne weiblicher Patienten, Thüringer Gesundheitsexperten registrieren jedoch auch im Freistaat eine messbare Zunahme von Männern, die an Magersucht leiden.
Bundesweite Gesamtentwicklung:
Insgesamt ist die Zahl der wegen Essstörungen Behandelten deutschlandweit leicht gestiegen: auf 12 400 Fälle im Jahr 2024. Das waren 2,2 % mehr als 2023 (12 100 Fälle) und 8,0 % mehr als 2004 (11 500 Fälle).
Die häufigste Diagnose war 2024 Magersucht (Anorexie) mit 9 000 Behandlungsfällen vor Ess-Brech-Sucht (Bulimie) mit 1 300 Fällen.92,9 % aller Behandelten waren FrauenÜber alle Altersgruppen hinweg werden Mädchen und Frauen häufiger wegen Essstörungen stationär behandelt als Jungen beziehungsweise Männer. 11 500 oder 92,9 % der mit dieser Diagnose im Jahr 2024 Behandelten waren Frauen. 2004 waren es 10 100 Patientinnen mit einem Anteil von 88,5 %.
Verwendete Quellen:
Bundestrend: Statistisches Bundesamt (Destatis) – Pressemitteilung vom 11. August 2026.Thüringen-Fakten (Jugendgesundheit & Fallzahlen): DAK-Gesundheit Thüringen – Kinder- und Jugendreport vom 23. Februar 2026.Thüringen-Trend
Foto: Symbolbild; istock





